Ehem. Försterei Schagern 23

Noch aus der Zeit vor dem Dreißigjährigen Krieg stammt das Fachwerkhaus auf dem Gelände der ehemaligen Horstmarer Burg an der Straße von der Altstadt zum Herrenholz hin. Als es Anfang der 80er Jahre restauriert wurde, nutzten dies Alfons Rottmann und Heinz Bußmann zu einer ausführlichen Bauuntersuchung. Dabei konnten sie schließlich feststellen, dass es sich hier um einen sehr seltenen Wandständerbau handelt, dessen tragende Konstruktion nur aus den Ständern des Fachwerks der Außenmauern besteht, obwohl man heute in der Tenne den Eindruck hat, dass es sich um ein schmales Vierständerhaus handelt.
Dass nur die Ständer des Außenfachwerks tragende Funktion haben, wird dadurch belegt, dass bei Errichtung der nachträglichen Anbauten am vorderen Wohnteil die Ständer der Außenwände abgesägt und von neu eingezogenen Balken abgefangen werden, die von weiter nach innen gestellten neuen Ständern getragen werden.
Und die Innenwände, die die Stallungen von der Tenne abtrennen, besitzen keine Kopfbänder als Aussteifung, was belegt, dass sie nachträglich eingezogen worden sind. Dies wird auch ferner daran erkennbar, dass zur Belichtung der dadurch über den Ställen geschaffenen Hillenräume Fenster nur eingebaut werden konnten, indem die Riegel in den Außenwänden verändert wurden. Schließlich sind die Abstände zwischen den Ständern so gering und die Deckenbalken so stark, dass sie die Spannweite des Hauses von nur neun Metern ohne weitere Unterstützung gut überbrücken konnten.


Im Rahmen der Familienforschung einer Familie Klüter wurde dann ermittelt, dass es sich bei diesem Gebäude während des 30jährigen Krieges um ein sog. Bauhaus (Scheune für Feldfrüchte) handelte, was den Wandständerbau bestätigt. Am 21.11.1689 hat dann der zu dem Zeitpunkt neu bestellte Amtsjäger Johan Melchior Schmitz dieses Gebäude „besetzt“ und darin eine Wohnung eingerichtet, da die ihm auf der Burg zugewiesene unbrauchbar erschien.
Auch sein Nachfolger Frantz Mauritz Clüter (bestellt am 09. August 1707) und dessen Nachfolger haben hier gewohnt. 1746 haben sie im vorderen Bereich dann an jeder Seite ein kleines Zimmer angebaut. Während dieser Umbauphase mit Schaffung von mehr Wohnraum durch entsprechende Anbauten ist wohl auch der Einbau des Kamins vorgenommen worden. Während nämlich die Deckenbalken des Haupthauses rauchgeschwärzt sind, ist an den Ständern und Balken der Anbauten keine Rauchschwärzung zu sehen.
Es handelt sich hier ursprünglich also um ein Rauchhaus, das mit Reet oder Stroh gedeckt war, sonst ist nämlich der große Abstand der Sparren von durchschnittlich etwa 1,30 m nicht zu erklären. Beim Ersatz der ursprünglichen Dacheindeckung durch feldgebrannte Hohlziegel in Strohdocken hat dann die nach Westen (Hauptwindrichtung) gerichtete Seite des Daches nachträglich eine Unterstützung erhalten.
Alle Gefache der Fachwerkaußenwände sind mit Ziegeln im Klosterformat ausgemauert - die westliche Längswand ist allerdings um 1950 durch eine konventionelle zweischalige Wand ersetzt worden. Die Giebel sind mit Eichenbohlen verbrettert und kragen vor. Die Knaggen, auf denen die vorkragenden Giebel ruhen, lassen auf eine Erbauung zu Beginn des 17. Jh.s schließen, also vor dem Dreißigjährigen Krieg.

Im Rahmen der Sanierung in den 80er Jahren sind die aus jüngerer Zeit stammenden weiteren Anbauten wieder entfernt worden und ist das äußere alte Erscheinungsbild möglichst geringfügig verändert bzw. wieder hergestellt worden. Sogar auf den Ersatz der Tennentür durch eine Glaswand zur Belichtung der dahinter inzwischen geschaffenen Wohnräume wurde insoweit verzichtet, als das große Tennentor im alten Zustand belassen worden ist. Dahinter wurde allerdings leicht zurückgesetzt eine Glaswand gezogen, die bei geöffnetem Tennentor für eine Belichtung der Räume dahinter sorgt. Nur das Dach hat kleine Ausbauten mit Fenstern bekommen in gut angepassten Proportionen, damit dahinter nutzbare Räume geschaffen werden konnten.

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